Es gibt nicht das eine „beste Solarmodul“ für jedes Projekt. Ob ein Modul wirklich passt, hängt von der nutzbaren Dachfläche, den Modulabmessungen, dem Gewicht, der Verschattung, der Montageart und der Systemkompatibilität ab – nicht von einer einzelnen Leistungsangabe im Datenblatt.Die richtige Reihenfolge lautet: zuerst Dach und Montagebedingungen prüfen, dann die Moduldaten vergleichen und erst anschließend zwischen IBC, TOPCon und HJT wählen. Die Modulauswahl sollte vom konkreten Projekt ausgehen – nicht umgekehrt.
Inhaltsverzeichnis
1. Warum die höchste Wattzahl zu einer Fehlentscheidung führen kann
2. Welche Moduldaten vor der Auswahl verglichen werden müssen
3. Welche Module zu Schrägdach, Flachdach und Freifläche passen
4. Monofazial oder bifazial, Glas-Folie oder Glas-Glas
5. IBC, TOPCon oder HJT: Auswahl nach dem tatsächlichen Bedarf
6. In fünf Schritten zum passenden PV-ModulFazit: Das passende Modul muss zum Dach passen
1. Warum die höchste Wattzahl zu einer Fehlentscheidung führen kann
Ein Modul mit 520 W hat eine höhere Nennleistung als ein Modul mit 450 W – mathematisch ist das eindeutig. Auf einem realen Dach bedeutet die höhere Modulleistung jedoch nicht automatisch eine höhere installierte Systemleistung oder einen höheren Jahresertrag.
Die Nennleistung eines Moduls wird unter Standard-Testbedingungen (STC) ermittelt. Dazu gehören insbesondere:
- eine Zelltemperatur von 25 °C;
- eine Einstrahlung von 1.000 W/m²;
- standardisierte Spektralbedingungen.
Die realen Betriebsbedingungen auf dem Dach weichen in der Regel von STC ab. Bei hoher Einstrahlung, dunklen Dachoberflächen oder unzureichender Hinterlüftung kann die Modultemperatur im deutschen Sommer deutlich über 25 °C liegen. Dann beeinflusst der Temperaturkoeffizient die tatsächliche Ausgangsleistung.
Auch die Informationen des Fraunhofer ISE zur Leistungsmessung von PV-Modulen zeigen, dass neben der STC-Nennleistung das Verhalten bei unterschiedlichen Temperaturen und Einstrahlungsstärken berücksichtigt werden muss.
Bei den meisten Wohnhausdächern entscheidet jedoch oft schon die geometrische Belegung über die installierbare Gesamtleistung – noch bevor der Temperaturkoeffizient relevant wird.
Eine höhere Modulleistung geht häufig mit einer größeren Modulfläche einher. Das folgende vereinfachte Belegungsbeispiel basiert auf rund 45 m² nutzbarer Dachfläche. Es zeigt lediglich den Einfluss des Modulformats und ersetzt keine professionelle Dachplanung.

In diesem Beispiel leistet das HJT-Modul pro Stück 70 W mehr. Wegen der größeren Modullänge und der Begrenzungen an Dachrändern und Belegungsflächen können jedoch weniger Module installiert werden, sodass die gesamte Anlagenleistung geringer ausfällt.
Auf einem größeren, regelmäßig zugeschnittenen Dach kann das Ergebnis auch umgekehrt sein. Die installierbare Systemleistung lässt sich daher nicht allein aus der Leistung eines einzelnen Moduls ableiten.
Hinweis zur Auswahl:
Achten Sie nicht nur auf die höchste Wattzahl im Datenblatt. Bei Wohnhausdächern mit Dachfenstern, Schornsteinen, Gauben oder unregelmäßigen Rändern können kompaktere Hocheffizienzmodule eine höhere installierbare Gesamtleistung ermöglichen.
Vor der endgültigen Auswahl sollten mindestens zwei unterschiedliche Modulformate in einer Belegungsplanung verglichen werden. Dabei sind insbesondere zu berücksichtigen:
- Dachränder und erforderliche Abstände;
- Dachfenster, Schornsteine und Lüftungsöffnungen;
- Brandschutz- und Wartungswege;
- Dachflächen mit unterschiedlichen Ausrichtungen;
- Montageschienen und zulässige Klemmzonen;
- Verschattung durch Gebäude oder Bäume.
2. Welche Moduldaten vor der Auswahl verglichen werden müssen
Eine belastbare Auswahl von Solarmodulen setzt voraus, dass Leistung, Wirkungsgrad, Abmessungen, Gewicht, Aufbau und elektrische Daten gemeinsam betrachtet werden. Ein einzelner Spitzenwert macht ein Modul noch nicht für ein konkretes Projekt geeignet.
Leistung, Wirkungsgrad und Abmessungen
Für kleine oder unregelmäßige Dächer sind vier Werte besonders wichtig:
1. Modullänge;
2. Modulbreite;
3. Modulwirkungsgrad;
4. Tatsächlich installierbare Modulanzahl.
Der Modulwirkungsgrad beschreibt die Nennleistung bezogen auf die Fläche. Er darf jedoch nicht unabhängig von den Abmessungen bewertet werden.
Ein 1.722 mm langes Modul kann beispielsweise noch zwischen Dachkante und Dachfenster passen, während ein 1.960 mm langes Format den verfügbaren Bereich bereits überschreitet. Trotz höherer Einzelleistung kann dadurch eine komplette Modulreihe entfallen und die Gesamtleistung sinken.
Für einen sinnvollen Dachvergleich sind daher insbesondere folgende Kennwerte relevant:
- Tatsächlich installierbare Modulanzahl;
- Gesamte Anlagenleistung in kWp;
- Installierbare Leistung pro Quadratmeter Dachfläche;
- Verbleibende, nicht nutzbare Dachfläche.
Gewicht, Glasaufbau und mechanische Last
Die Tragfähig
keit eines Dachs darf nicht nur anhand des Gewichts eines einzelnen Moduls bewertet werden. Zusätzlich wirken unter anderem folgende Lasten:
- Montageschienen und Klemmen;
- Dachhaken oder andere Befestigungselemente;
- Kabel und weitere elektrische Komponenten;
- Ballast bei Flachdachsystemen;
- Wind- und Schneelasten.
Als Beispiel dienen aktuelle Produktdaten von Maysun Solar:
Die Werte zeigen die Unterschiede zwischen Modulformat und Gewicht. Da sich Produktmodelle und Daten ändern können, müssen vor Veröffentlichung und Projektplanung die jeweils aktuellen Datenblätter geprüft werden.
Mechanische Lastangaben wie 5.400 Pa dürfen nicht mit der zulässigen Dachlast gleichgesetzt werden. Der Wert beschreibt eine Modulprüfung unter definierten Montage- und Testbedingungen.
Die VDE SPEC 90038-1 verlangt, dass technische Unterlagen unter anderem Montagebedingungen, Klemmpositionen sowie Design- und Testlasten eindeutig angeben. Modul, Montagesystem und reale Einbausituation müssen deshalb gemeinsam bewertet werden.
Auch eine Zertifizierung nach IEC 61215-1:2021 dient vor allem der Prüfung der Bauarteignung und Umweltbeständigkeit eines PV-Moduls. Die Testergebnisse erlauben keine direkte quantitative Vorhersage der tatsächlichen Lebensdauer auf einem konkreten Dach.
Spannung, Strom und Wechselrichter-Kompatibilität
Ein Modul kann hinsichtlich Größe, Gewicht und Optik gut zum Dach passen und trotzdem elektrisch nicht mit dem vorgesehenen Wechselrichter kompatibel sein.
Folgende Werte müssen besonders geprüft werden:
- Leerlaufspannung Voc;
- MPP-Spannung Vmp;
- Betriebsstrom Imp;
- Kurzschlussstrom Isc;
- Anzahl der Module pro String;
- Maximal zulässiger Eingangsstrom je MPPT;
- Maximale DC-Eingangsspannung des Wechselrichters.
Bei niedrigen Temperaturen steigt die Leerlaufspannung der Module. Werden zu viele Module in Reihe geschaltet, kann die gesamte Stringspannung im Winter die maximal zulässige DC-Eingangsspannung des Wechselrichters überschreiten.
Die technischen Informationen von SMA zur Auslegung des PV-Generators weisen darauf hin, dass die Stringspannung innerhalb der zulässigen Wechselrichtergrenzen liegen muss. Eine zu hohe DC-Spannung kann das Gerät beschädigen.
Gleichzeitig können moderne TOPCon- und HJT-Module hohe Betriebsströme aufweisen. Daher muss geprüft werden, ob die MPPT-Eingänge des Wechselrichters diese Ströme verarbeiten können.
Die endgültige elektrische Abstimmung von Modulen und Wechselrichter sollte deshalb durch einen Fachbetrieb erfolgen.
3. Welche Module zu Schrägdach, Flachdach und Freifläche passen
Je nach Installationsort verschieben sich die Prioritäten. Bei einem Wohnhaus mit Schrägdach stehen Format und Optik im Vordergrund, bei gewerblichen Flachdächern Gewicht, Ballast und Montageeffizienz. Für Freiflächen, Carports und Agri-PV können dagegen größere und bifaziale Module interessant sein.
Wohnhaus mit Schrägdach und begrenzter Dachfläche
Deutsche Wohnhausdächer werden häufig durch folgende Elemente begrenzt:
- Dachfenster und Gauben;
- Schornsteine und Lüftungsöffnungen;
- First und Traufe;
- Mehrere Dachflächen mit unterschiedlichen Ausrichtungen;
- Verschattung durch Bäume oder benachbarte Gebäude.
Unter diesen Bedingungen lassen sich kompakte, effiziente Module häufig flexibler belegen als große Hochleistungsformate.
Als Beispiel dient ein aktuelles Maysun-Solar-IBC-Modul mit 450 W und Abmessungen von etwa 1.722 × 1.134 mm. Dieses Format ist vergleichsweise kompakt für Wohnhausdächer. Da IBC-Zellen auf der Vorderseite keine herkömmlichen Metallleiterbahnen zeigen, entsteht außerdem eine gleichmäßigere Full-Black-Optik, die für architektonisch anspruchsvolle Projekte interessant sein kann.
IBC ist jedoch nicht automatisch die beste Lösung für jedes Wohnhausdach. Zusätzlich müssen folgende Punkte verglichen werden:
- Tatsächlich installierbare Modulanzahl;
- Anschaffungskosten;
- Wechselrichter-Kompatibilität;
- Lieferverfügbarkeit;
- Garantie- und Montagebedingungen.
Flachdach und Gewerbedach
Bei Flach- und
Gewerbedächern sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:
- Verbleibende Tragreserve des Dachs;
- Erforderlicher Ballast;
- Windlasten in den Dachrandzonen;
- Brandschutz- und Wartungswege;
- Entwässerungswege;
- Transport- und Montageaufwand;
- Späterer Austausch und Wartung.
TOPCon-Glas-Glas-Module wie die TwiSun-Pro-Serie können eine Option für Projekte sein, die einen hohen Wirkungsgrad, einen beidseitigen Glasaufbau und ein vergleichsweise moderates Gewicht miteinander verbinden möchten.
Das aktuelle Beispiel umfasst 430–460 W bei etwa 1.762 × 1.134 mm und rund 21 kg. Das Format liegt nahe an gängigen Wohnhausmodulen und kann zugleich für ausgewählte Gewerbedächer geeignet sein.
Ob das Modul für ein konkretes Flachdach passt, hängt dennoch von folgenden Faktoren ab:
- Statischer Dachlast;
- Unterkonstruktion und Ballastsystem;
- Neigungswinkel und Reihenabstand;
- Windlastberechnung;
- Montage- und Wartungsflächen.
Die Entscheidung darf daher nicht allein anhand der Begriffe „Glas-Glas“ oder „TOPCon“ getroffen werden.
Freifläche, Carport und Agri-PV
Freiflächenanlagen, Carports und
Agri-PV-Systeme bieten in der Regel mehr Installationsraum und eignen sich daher eher für große und bifaziale Module.
Bifaziale HJT-Module mit 500–520 W können beispielsweise für Projekte mit guten rückseitigen Einstrahlungsbedingungen geprüft werden.
Die tatsächliche Leistung bifazialer Module hängt jedoch weiterhin von folgenden Faktoren ab:
- Bodenfreiheit;
- Neigungswinkel der Module;
- Reihenabstand;
- Bodenreflexion;
- Rückseitige Verschattung durch die Unterkonstruktion;
- Vegetation oder Oberflächenmaterial;
- Wartungskonzept vor Ort.
Große Module erhöhen außerdem das Einzelgewicht und die Windangriffsfläche. Daher müssen Transport, Handling, Stützweiten der Unterkonstruktion und Stringauslegung berücksichtigt werden.
4. Monofazial oder bifazial, Glas-Folie oder Glas-Glas
Bifaziale und Glas-Glas-Module stehen nicht automatisch für eine höhere Qualitätsstufe oder einen höheren Ertrag. Ihr Nutzen zeigt sich nur, wenn Montagebedingungen und Modulaufbau zusammenpassen.
Der IEA-PVPS-Bericht zu bifazialen Photovoltaikmodulen und -systemen zeigt, dass der zusätzliche rückseitige Ertrag deutlich von Klima, Anlagengeometrie, Bodenreflexion und Modellierung abhängt.
Daher lässt sich kein einheitlicher bifazialer Mehrertrag für alle Projekte angeben.

Auch die Glasdicke allein bestimmt nicht die mechanische Leistungsfähigkeit eines Moduls.
Selbst Glas-Glas-Module mit unterschiedlicher Glasdicke können verschiedene Werte für Vorder- und Rückseitenlast aufweisen. Modulformat, Rahmen, innerer Aufbau, Klemmpositionen und Prüfverfahren beeinflussen das Ergebnis ebenfalls.
Glas-Glas darf deshalb nicht pauschal gleichgesetzt werden mit:
- automatisch höherer Hagelbeständigkeit;
- automatisch höherer Feuerbeständigkeit;
- automatisch höherer mechanischer Belastbarkeit;
- eignung für jedes Gewerbedach.
Für die Projektplanung müssen weiterhin das konkrete Installationshandbuch, die Zertifikate und die Bedingungen der mechanischen Lastprüfung geprüft werden.
5. IBC, TOPCon oder HJT: Auswahl nach dem tatsächlichen Bedarf
Die drei Technologien setzen unterschiedliche Schwerpunkte, aber keine ist für jedes Dach grundsätzlich überlegen. Zuerst sollte das Projektziel feststehen, danach werden Technik und Modulbauart ausgewählt.
IBC: für hohe Designansprüche und begrenzte Dachflächen
IBC steht für Interdigitated Back Contact. Die elektrischen Kontakte befinden sich auf der Rückseite der Zellen, sodass auf der Vorderseite keine herkömmlichen Metallleiterbahnen sichtbar sind.
Typische Merkmale sind:
- eine gleichmäßigere Frontoptik;
- eignung für Full-Black-Wohnhausdächer;
- hohe Modulwirkungsgrade möglich;
- kompakte Formate für begrenzte oder unregelmäßige Dächer.
Ein aktuelles Maysun-Solar-IBC-Beispiel bietet:
- Leistungsbereich: 425–450 W;
- Modulwirkungsgrad: ca. 21,8–23,0 %;
- Abmessungen: 1.722 × 1.134 × 30 mm;
- Gewicht: 20,8 kg.
IBC sollte bei Projekten mit hohen optischen Anforderungen oder begrenzter Dachfläche frühzeitig geprüft werden. Trotzdem bleiben Belegungsplan, Preis, Wechselrichter und Lieferbedingungen entscheidend.
TOPCon: für ausgewogene Wohn- und Gewerbeprojekte
TOPCon ist he
ute in vielen Leistungs- und Formatklassen verfügbar und kann Wohn-, Gewerbe- und ausgewählte Freiflächenprojekte abdecken.
Ein Beispiel ist die TwiSun-Pro-Serie:
- Leistungsbereich: 430–460 W;
- Modulwirkungsgrad: ca. 21,5–23,02 %;
- Abmessungen: 1.762 × 1.134 × 30 mm;
- Gewicht: ca. 21 kg;
- Aufbau: bifazial und Glas-Glas.
Diese Kombination kann für Projekte geeignet sein, die Wirkungsgrad, Gewicht, Format und Glas-Glas-Aufbau ausgewogen berücksichtigen möchten.
Da TOPCon in vielen unterschiedlichen Modellen angeboten wird, können Abmessungen, Gewicht, Strom und Glasaufbau deutlich variieren. Die Eignung eines einzelnen TOPCon-Moduls für ein Wohnhaus lässt sich daher nicht auf alle TOPCon-Module übertragen.
HJT: für Temperaturverhalten und bifaziales Potenzial
HJT verbindet kristall
ines Silizium mit amorphen Siliziumschichten. Ein häufig genannter Vorteil ist der vergleichsweise niedrige Temperaturkoeffizient der Leistung.
Ein aktuelles HJT-Beispiel mit 500–520 W bietet:
- Leistungsbereich: 500–520 W;
- Modulwirkungsgrad: ca. 22,5–23,4 %;
- Abmessungen: 1.960 × 1.134 × 30 mm;
- Gewicht: ca. 27 kg;
- Temperaturkoeffizient Pmax: ca. −0,24 %/°C;
- Aufbau: bifazial und Glas-Glas.
Ein weniger negativer Temperaturkoeffizient bedeutet, dass die Nennleistung bei steigender Zelltemperatur langsamer sinkt.
Solche Module können besonders für folgende Anwendungen geprüft werden:
- dunkle Metalldächer mit hohen Sommertemperaturen;
- gewerbedächer mit begrenzter Hinterlüftung;
- aufgeständerte Flachdachanlagen;
- bifaziale Carport- und Freiflächenprojekte.
Aus dem Temperaturkoeffizienten allein lässt sich jedoch kein garantiert höherer Jahresertrag ableiten. Entscheidend bleiben Einstrahlung, Hinterlüftung, Ausrichtung, Systemverluste und Wechselrichterbetrieb.
Anwendungsschwerpunkte der drei Technologien
6. In fünf Schritten zum passenden PV-Modul
Eine professionelle Modulauswahl folgt einer klaren Reihenfolge: vom Dach und den Projektbedingungen zum Modul – nicht zuerst das Modul wählen und anschließend das Projekt daran anpassen.

Schritt 1: Tatsächlich nutzbare Dachfläche bestimmen
Die gesamte Dachfläche entspricht nicht der belegbaren Fläche. Abgezogen werden müssen:
- Schornsteine und Dachfenster;
- Lüftungsöffnungen;
- Dachränder;
- Erforderliche Brandschutzabstände;
- Wartungswege;
- Dauerhaft verschattete Bereiche.
Die Landesbauordnungen und konkreten Brandschutzanforderungen können sich zwischen den deutschen Bundesländern unterscheiden. Die anwendbaren Abstände und Montagebedingungen müssen daher durch lokale Fachleute bestätigt werden.
Schritt 2: Tragfähigkeit und Montagebedingungen prüfen
Zu kläre
n sind:
- Dachkonstruktion und Dachmaterial;
- Verbleibende Tragreserve;
- Befestigungsart der Unterkonstruktion;
- Möglicher Ballastbedarf;
- Lokale Wind- und Schneelastzonen;
- Montage- und Wartungszugang.
Bei Gewerbedächern ist zusätzlich zu prüfen, wie die Module auf das Dach transportiert werden und ob während der Montage Betriebsbereiche gesperrt oder Produktionsabläufe unterbrochen werden müssen.
Schritt 3: Mindestens zwei Modulformate simulieren
Vergleichen Sie
nicht nur Datenblätter, sondern setzen Sie unterschiedliche Modulformate in eine reale Belegungsplanung ein.
Verglichen werden sollten:
- Installierbare Modulanzahl;
- Gesamte Anlagenleistung in kWp;
- Gesamtgewicht von Modulen und Montagesystem;
- Verbleibende, ungenutzte Fläche;
- Anzahl von Schienen, Klemmen und Kabeln;
- Montageaufwand vor Ort.
Auf komplexen Dächern kann ein kleineres Modul eine höhere Gesamtleistung ermöglichen. Auf großen, regelmäßig zugeschnittenen Flächen kann ein größeres Modul dagegen die Montageeffizienz verbessern.
Schritt 4: Wechselrichter und Stringauslegung abstimmen
Der Fachbetrieb muss prüf
en:
- String-Leerlaufspannung bei niedrigen Wintertemperaturen;
- Maximale DC-Eingangsspannung des Wechselrichters;
- MPPT-Spannungsbereich;
- Eingangs- und Kurzschlussstrom;
- Anzahl der Module pro String;
- Anzahl parallel geschalteter Strings.
Bei mehreren Dachausrichtungen oder Teilverschattung können getrennte MPPTs, Leistungsoptimierer oder Mikro-Wechselrichter erforderlich sein.
Schritt 5: Technologie, Bauart und Budget festlegen
Erst wenn Dachgeometrie, Tragfähi
gkeit und elektrische Auslegung geklärt sind, sollten abschließend verglichen werden:
- IBC, TOPCon oder HJT;
- Monofazial oder bifazial;
- Glas-Folie oder Glas-Glas;
- Unterschiedliche Leistungen und Formate;
- Anschaffungspreis und langfristige Garantiebedingungen.
Über die PV-Modul-Auswahl von Maysun Solar können Nutzer Module zunächst nach Leistung, Technologie, Größe und Gewicht filtern.
Auf der Seite mit allen Photovoltaikmodulen lassen sich die IBC-, TOPCon- und HJT-Serien anschließend weiter vergleichen.
Ein Auswahltool kann die Optionen eingrenzen, ersetzt aber weder die Dachbelegung noch die statische und elektrische Fachplanung.
Fazit: Das passende Modul muss zum Dach passen
Der Photovoltaikmarkt ist von Aussagen übe
r höchste Leistung, höchsten Wirkungsgrad und neueste Technologie geprägt. Wer jedoch nur einzelne Spitzenwerte unter Standard-Testbedingungen vergleicht, riskiert eine Fehlentscheidung.
Zwischen einem 450-W-IBC-Modul und einem 520-W-HJT-Modul gibt es kein einfaches „besser“ oder „schlechter“. Beide können für unterschiedliche Dachgrößen, Montagesysteme und Projektziele sinnvoll sein.
Ein Modul kann sein Potenzial nur ausschöpfen, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:
- das Format passt zur realen Belegung;
- das Gewicht zur Tragfähigkeit des Dachs;
- das Temperaturverhalten zur Betriebsumgebung;
- spannung und Strom zum Wechselrichter;
- die Montageart zum Installationshandbuch;
- die Gesamtkosten zum Projektbudget.
Die Modulauswahl sollte daher immer vom Dach über das Gesamtsystem zum konkreten Produkt führen – und nicht allein von der höchsten Wattzahl ausgehen.
Wer Technologien, Abmessungen und Leistungsklassen weiter vergleichen möchte, kann Produktserien für europäische Wohn-, Gewerbe- und Freiflächenprojekte ansehen und die endgültige Auswahl mit der Fachplanung eines Installateurs abstimmen.
Maysun Solar ist im europäischen Markt fest etabliert und spezialisiert auf hocheffiziente Photovoltaikmodule sowie systemorientierte Lösungen. Wir liefern IBC-Module, TOPCon-Module und HJT-Module und unterstützen flexible Installationsformen wie modulare AC-Systeme, um auch auf begrenzten Flächen einen höheren Energieertrag zu ermöglichen.
FAQ: Häufige Fragen zur Auswahl von Solarmodulen
1. Welches Solarmodul ist derzeit das beste auf dem Markt?
Es gibt kein Modul, das für jedes Projekt gleichermaßen am besten ist. Bei begrenzter Dachfläche und hohen Designansprüchen können kompakte Full-Black-IBC-Module geprüft werden. Für Gewerbe- oder offene bifaziale Projekte kommen je nach Temperatur, Tragfähigkeit und rückseitiger Einstrahlung TOPCon- oder HJT-Module infrage.
2. Bedeutet eine höhere Wattzahl auf dem Wohnhausdach automatisch mehr Ertrag?
Nicht unbedingt. Eine höhere Leistung geht häufig mit größeren Modulabmessungen einher. Entscheidend ist, wie viele Module auf das Dach passen und welche gesamte Anlagenleistung in kWp installiert werden kann.
3. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen IBC, TOPCon und HJT?
- IBC: Schwerpunkt auf Frontoptik, kompakten Formaten und der Nutzung begrenzter Dachflächen.
- TOPCon: breite Auswahl an Leistungen und Bauformen für unterschiedliche Wohn- und Gewerbeprojekte.
- HJT: häufig niedriger Temperaturkoeffizient und hohes Potenzial für bifaziale Anwendungen.
Entscheidend bleiben die konkreten Abmessungen, das Gewicht und die elektrischen Daten des jeweiligen Produkts.
4. Wann sind bifaziale Glas-Glas-Module besonders sinnvoll?
Wenn die Modulrückseite ausreichend reflektiertes Licht erhält, etwa bei aufgeständerten Flachdächern, Carports mit heller Oberfläche oder Freiflächenanlagen. Bei dachparalleler Montage auf dunklen Ziegeln lässt sich die Rückseitenleistung meist nur begrenzt nutzen.
5. Welche Werte müssen bei der Abstimmung mit dem Wechselrichter geprüft werden?
Besonders wichtig sind Leerlaufspannung Voc, MPP-Spannung Vmp, Betriebsstrom Imp und Kurzschlussstrom Isc. Zusätzlich muss die maximale Stringspannung anhand der lokalen Mindesttemperatur berechnet werden, damit die DC-Eingangsgrenze des Wechselrichters nicht überschritten wird.
Quellen
1. Fraunhofer ISE | Leistungsmessung von PV-Modulen. https://www.ise.fraunhofer.de/en/rd-infrastructure/accredited-labs/testlab-pv-modules/power-measurements.html.
2. VDE | VDE SPEC 90038-1. https://www.vde.com/resource/blob/2354572/d2ddf717c703ff4f00b8f4e96d8d3745/vde-spec-90038-1-v1-0--en--data.pdf.
3. IEC | IEC 61215-1:2021. https://webstore.iec.ch/en/publication/61345.
4. SMA | Technische Informationen zur Auslegung von PV-Generator und Wechselrichter. https://files.sma.de/downloads/DC-PL-de-11.pdf.
5. Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission | PVGIS. https://joint-research-centre.ec.europa.eu/photovoltaic-geographical-information-system-pvgis_en.
6. IEA PVPS | Bericht über bifaziale Photovoltaikmodule und -systeme. https://iea-pvps.org/wp-content/uploads/2021/04/IEA-PVPS-T13-14_2021-Bifacial-Photovoltaic-Modules-and-Systems-report.pdf.
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