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Warum europäische EPCs große Solarmodulgrößen neu bewerten

· PV-Anwendungen,Photovoltaik Grundlagen

Mit der zunehmenden Größe von Solarmodulen bewerten europäische EPCs verstärkt, wie sich die Modulgröße auf Projektrisiken und die Stabilität der Erträge auswirkt. In komplexen Dachprojekten ist die Größe längst nicht mehr nur ein technischer Parameter, sondern wird zunehmend zu einem entscheidenden Entscheidungsfaktor.

Inhalt

  1. Warum europäische EPCs Entscheidungen zur Modulgröße neu bewerten
  2. Große Solarmodule sind nicht immer die beste Wahl
  3. Wann die Modulgröße den Projekt-ROI reduzieren kann
  4. Wie die Bewertungsdimensionen der Modulgröße zu verstehen sind
  5. Modulgrößenentscheidungen in europäischen Projekten

1. Warum europäische EPCs Entscheidungen zur Modulgröße neu bewerten

Der europäische Photovoltaikmarkt bleibt weiterhin auf hohem Installationsniveau.

Laut SolarPower Europe wurden im Jahr 2024 rund 65,5 GW neue PV-Kapazität in der EU installiert, wobei für 2025 ein vergleichbares Niveau erwartet wird. Die kumulierte installierte Leistung nähert sich damit der Marke von 400 GW.

Nach zwei Jahren starken Wachstums entwickelt sich der europäische PV-Markt zunehmend von einer Phase der schnellen Expansion hin zu einer Phase der strukturellen Optimierung. Entsprechend gewinnt die Auswahl der Solarmodulgröße und deren Systemkompatibilität an Bedeutung.

Diagramm zur Entwicklung der Anteile von Residential-, Gewerbe- & Industrie- sowie Utility-Scale-Solarinstallationen in der EU von 2021 bis 2025.

Grafik: Strukturveränderung der Solarinstallationen in der EU in den Bereichen Residential, Gewerbe & Industrie sowie Utility-Scale von 2021 bis 2025. Quelle: SolarPower Europe.

Gleichzeitig haben sich Leistung und physische Größe von Solarmodulen in den letzten Jahren deutlich erhöht. Laut Fraunhofer ISE liegt die Leistung gängiger Module inzwischen im Bereich von 700 W. Für EPCs beeinflusst die Modulgröße zunehmend die Dachkompatibilität, die Installationskomplexität sowie langfristige Wartungsrisiken. Technische Entwicklungen, die in standardisierten Freiflächenanlagen gut integrierbar sind, führen in komplexen Dachprojekten häufig zu realem Entscheidungsdruck.

Immer mehr europäische EPCs bewerten daher neu, ob größere Module unter unterschiedlichen Projektbedingungen weiterhin die bevorzugte Wahl sein sollten.

Die Modulgröße entwickelt sich damit von einem technischen Parameter zu einer projektstrategischen Entscheidung.

2. Große Solarmodule sind nicht immer die beste Wahl

In der Praxis gelten große Solarmodule häufig als direkter Weg zu höherer Effizienz und Kostenoptimierung. Diese Annahme vernachlässigt jedoch Einschränkungen durch Dachlayout, statische Bedingungen und langfristige Betriebsanforderungen. Mit zunehmender Modulgröße beginnen diese Faktoren, Systemeffizienz, Installationsrisiken und Projekterträge unmittelbar zu beeinflussen.

Große Solarmodule sind nicht für jedes Dach geeignet und können Systemeffizienz, Installationsrisiken und den Projekt-ROI beeinflussen.

2.1 Höhere Modulleistung bedeutet nicht automatisch höhere Systemeffizienz

Bei Residential- sowie Gewerbe- und Industriedächern führt eine höhere Leistung pro Modul nicht zwangsläufig zu einem höheren Systemertrag. Dachfenster, Technikbereiche und unregelmäßige Dachgrenzen beeinflussen die Belegungsplanung erheblich. Große Module können die nutzbare Dachfläche reduzieren und damit den Vorteil der höheren Einzelleistung relativieren.

Komplexe Dächer weisen häufig mehrere Ausrichtungen, Teilverschattungen und eingeschränkte Stringkonfigurationen auf – Faktoren, die oft einen stärkeren Einfluss auf die Systemeffizienz haben als die Nennleistung eines einzelnen Moduls.

2.2 Größere Modulabmessungen verändern strukturelle und Installationsrisiken

Mit zunehmender Modulgröße verändern sich die Lastverteilung auf dem Dach sowie die Installationsbedingungen. Größere Windangriffsflächen und konzentriertere Befestigungspunkte können strukturelle Unsicherheiten insbesondere bei leichten oder älteren Dachkonstruktionen verstärken.

Auch Transport und Montage großer Module bieten weniger Spielraum. Sie erfordern höhere Präzision und erfahrene Montageteams und erhöhen das Risiko kumulativer Installationsfehler in komplexen Umgebungen.

2.3 Installations- und O&M-Kosten werden oft unterschätzt

Die Installationsaufwände und langfristigen Betriebs- und Wartungskosten großer Module werden häufig unterschätzt. In komplexen Dachumgebungen können verlängerte Installationszeiten und ein höherer Koordinationsaufwand den Kostenvorteil großer Module abschwächen.

Kommt es zu Beschädigungen oder Austauschbedarf, ist der Eingriff meist aufwendiger als bei Standardmodulen. Diese versteckten Kosten können sich über den Projektlebenszyklus hinweg direkt auf den tatsächlichen Ertrag auswirken.

3. Wann die Modulgröße den Projekt-ROI beeinflussen kann

In der Praxis bestimmt die Modulgröße selten allein die Systemleistung. Unter bestimmten Bedingungen kann sie jedoch die Risikoverteilung eines Projekts sowie die Stabilität der Erträge beeinflussen.

Was sich durch die Modulgröße verändert, ist häufig nicht die Effizienz selbst, sondern die Risikostruktur des Projekts.

Die ROI-Struktur eines PV-Projekts kann durch die Modulgröße beeinflusst werden.

3.1 Welche Projekte besonders sensitiv auf die Modulgröße reagieren

Die Auswirkungen der Modulgröße unterscheiden sich je nach Projekt deutlich – insbesondere in strukturell eingeschränkten oder betrieblich anspruchsvollen Szenarien.

Diese Unterschiede zeigen sich meist zuerst in statischen Rahmenbedingungen, operativen Einschränkungen vor Ort sowie langfristigen Betriebsanforderungen.

  • In Gebäuden mit statischen Einschränkungen können größere Module die Unsicherheit bei Strukturprüfung und Genehmigung erhöhen.
  • Bei O&M-sensitiven Anlagen kann eine veränderte Handhabbarkeit der Module zu zusätzlicher Wartungskomplexität führen.
  • In langfristig gehaltenen oder PPA-basierten Projekten fließen größenbedingte Unsicherheiten eher in Risiko- und Ertragsannahmen ein.

Dies bedeutet nicht, dass die Modulgröße grundsätzlich problematisch ist, sondern dass ihr Einfluss unter bestimmten Projektbedingungen stärker sichtbar wird.

3.2 Wie die Modulgröße die ROI-Struktur beeinflusst

Die Modulgröße kann über verschiedene Wege in die ROI-Struktur eines Projekts einfließen und deren Stabilität beeinflussen.

In komplexen Projektumgebungen zeigt sich dieser Einfluss meist schrittweise in zentralen Annahmen und Risikobewertungen.

  • Größenänderungen können Designmargen, Installationsorganisation und Wartungsansätze beeinflussen und langfristige Kosten- oder Unsicherheitsannahmen prägen.
  • In langfristigen Vertrags- oder Asset-Holding-Strukturen werden Wartungskomplexität und Austauschaufwand häufiger in Finanzierungs- und Risikobewertungen berücksichtigt und beeinflussen damit Ertragsprognosen.
  • Abstimmung von Stillstandszeiten, Eingriffshäufigkeit und betriebliche Flexibilität können ebenfalls von der Modulgröße abhängen und die Stabilität des ROI beeinflussen.

Branchenerfahrungen zeigen, dass sich der Einfluss der Modulgröße nicht auf eine einzelne Kennzahl beschränkt, sondern die Ertragsverteilung unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen verändert – besonders in komplexen Dachprojekten. Dies ist einer der Gründe, warum viele EPCs ihre Modulgrößenstrategie zuletzt neu bewertet haben.

3.3 Größenentscheidungen hängen von Projektbedingungen ab

Aus europäischer Projekterfahrung gibt es keine einheitlich überlegene Modulgröße. Ihr Einfluss hängt maßgeblich von den jeweiligen Projektbedingungen ab.

Wenn Dachstrukturen an ihre Lastgrenzen stoßen, Installationsflächen eingeschränkt sind oder Gebäude im laufenden Betrieb bleiben müssen, wird die Modulgröße zu einem zentralen Abwägungsfaktor.

In komplexen Dach- oder langfristig betriebenen Projekten beeinflusst die Modulgröße nicht nur Layout und Installation, sondern auch Wartungsrhythmen und Risikobewertungen. Mit zunehmender Betriebsdauer spiegeln sich diese Unterschiede stärker in O&M- und Projektmanagementprozessen wider.

Die Modulgröße sollte daher als Teil des projektbezogenen Risiko- und Rahmenwerks verstanden werden. Für viele europäische EPCs basiert die Größenentscheidung primär auf projektspezifischen Einschränkungen und nicht auf einzelnen Leistungskennzahlen.

4. Wie die Bewertungsdimensionen der Modulgröße zu verstehen sind

Unter unterschiedlichen Projektbedingungen sollte die Modulgröße in einem erweiterten Bewertungsrahmen betrachtet werden.

Von strukturellen Einschränkungen über betriebliche Anforderungen bis hin zu Asset-Zielen – all diese Faktoren beeinflussen gemeinsam die Abwägung bei der Größenwahl.

Dachbedingungen, Installationsaufwand und O&M-Kosten stehen in engem Zusammenhang mit der Modulgröße.

In vielen Projekten beginnt die Diskussion über die Modulgröße mit den realen Gegebenheiten von Dach und Struktur. Gebäudearchitektur, Kontinuität der nutzbaren Fläche sowie Lastgrenzen beeinflussen das Belegungspotenzial. In europäischen Gewerbe- und Industrieprojekten reduzieren Dachfenster, Technikzonen und strukturelle Unterteilungen die tatsächlich nutzbare Fläche häufig um etwa 10–30 % gegenüber der Gesamtfläche. Nähern sich Konstruktionen ihren Auslegungsgrenzen, rückt die Modulgröße stärker in den Fokus von Designmargen und Risikoverteilung.

Auch die Bedingungen vor Ort machen Größenunterschiede früh sichtbar. Eingeschränkter Arbeitsraum, komplexe Hebewege oder begrenzter Wartungszugang beeinflussen die Installationsplanung je nach Modulgröße deutlich. In komplexen Dachumgebungen kann die Installations­effizienz um etwa 5–15 % variieren. Bei Anlagen mit langfristigen Betriebsanforderungen werden zudem Zugänglichkeit und Austauschbarkeit der Module zu relevanten O&M-Faktoren.

Aus Asset-Perspektive steht die Modulgröße häufig im Zusammenhang mit der Risikobereitschaft. Langfristig gehaltene Projekte priorisieren eher planbare Betriebsabläufe, während kapazitäts- oder lieferorientierte Projekte andere Schwerpunkte setzen. In einigen europäischen Gewerbedachanlagen entfallen rund 10–20 % der Lebenszykluskosten auf O&M – wodurch Unterschiede in der Wartungsfreundlichkeit je nach Modulgröße stärker ins Gewicht fallen.

Die Kombination verschiedener Rahmenbedingungen führt selten zu einer einheitlichen Größenentscheidung. Projektbeschränkungen und Zielsetzungen bestimmen in der Regel den Schwerpunkt der Bewertung – und erklären, warum selbst vergleichbare Projekte unterschiedliche Modulgrößenstrategien verfolgen.

5. Modulgrößenentscheidungen in europäischen Projekten

In der Praxis ist die Modulgröße selten der alleinige Ausgangspunkt für Entscheidungen. Häufig ergibt sie sich aus dem Zusammenspiel von Dachbedingungen, Installationsplanung und Projektzielen.

Bei Dächern mit klarer Struktur und durchgängiger Belegungsfläche können große Module Vorteile hinsichtlich Kapazität und Installations­effizienz bieten. In Gebäuden mit komplexer Technikverteilung oder eingeschränktem Raum gewinnt hingegen die Flexibilität der Modulgröße an Bedeutung.

Mit dem Übergang in die Betriebsphase spiegeln sich Größenentscheidungen zunehmend im täglichen Management wider. Wartungszugänglichkeit, Austauschplanung und Betriebs­kontinuität beeinflussen die Wahl der Modulgröße.

Aus der Marktpraxis zeigt sich, dass immer mehr europäische Projekte nicht mehr ausschließlich größere Module bevorzugen, sondern die Größe situationsabhängig abwägen.

  • Es gibt keine universell optimale Modulgröße.
  • Die Größenwahl spiegelt meist Projektbeschränkungen wider und nicht technische Präferenzen.
  • In komplexen Dachumgebungen wirkt sich die Modulgröße zuerst auf Installation und O&M aus.
  • Große Module eignen sich besonders für stabile Bedingungen mit klaren strukturellen Grenzen.
  • Unterschiedliche Projektziele führen zu unterschiedlichen Größenentscheidungen.
  • Die Modulgröße ist eher eine Frage des Projektmanagements als ein rein technischer Parameter.
  • Je höher die Anforderungen an den Langzeitbetrieb, desto vorsichtiger fällt die Größenwahl aus.

Diese Beobachtungen helfen, die tatsächliche Entscheidungslogik zur Modulgröße in europäischen Projekten besser zu verstehen.

Mehr zur Auswahl der passenden Modulgröße

Als Solarmodulhersteller versorgt Maysun Solar den europäischen Großhandelsmarkt mit stabil verfügbaren Modulen auf Basis von IBC Technologie, TOPCon Technologie und HJT Technologie. Die Lösungen eignen sich für komplexe Dachflächen und Gewerbeprojekte und ermöglichen unter passenden Bedingungen höheren Flächenertrag sowie effizientere Systemintegration.

Quellenverzeichnis

SolarPower Europe. (2025). EU Solar Market Outlook 2025–2030. https://www.solarpowereurope.org/insights/outlooks/eu-solar-market-outlook-2025-2030/detail

Fraunhofer ISE. (2025). Photovoltaics Report. https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/Photovoltaics-Report.pdf

IEA PVPS. (2024). Trends in Photovoltaic Applications 2024. https://iea-pvps.org/trends_reports/trends-in-pv-applications-2024/

European Commission Joint Research Centre (JRC). (2024). Snapshot of Photovoltaics. https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC136341

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