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Februar-Nachrichten aus der Photovoltaikbranche

16. Februar 2026

Im Jahr 2026 entwickelt sich der europäische Photovoltaikmarkt weiter im Kontext von Energiewende und strukturellen Anpassungen der Branche. Technologische Modulfortschritte und Preisbewegungen in der Lieferkette verändern die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikprojekten, während neue Regelungen zu Strombeschaffung, Flächennutzung und Genehmigungen das Ausbautempo beeinflussen. Vor diesem Hintergrund sind grenzüberschreitende Markttrends aussagekräftiger als kurzfristige nationale Schwankungen. Dieser Beitrag bündelt globale Modulpreisentwicklungen sowie aktuelle Signale aus Deutschland, Italien und Frankreich und ordnet die wichtigsten Einflussfaktoren für Investitionsentscheidungen bei Photovoltaikprojekten ein.

Inhaltsverzeichnis

  1. Globale Modulpreisvolatilität und ihre Marktauswirkungen
  2. Neue Wachstumsphase im deutschen Photovoltaik-PPA-Markt
  3. Beschleunigter Ausbau von Agri-Photovoltaik in Italien
  4. Einfluss des französischen Genehmigungstempos auf Photovoltaikprojekte

1. Globale Modulpreisvolatilität und ihre Marktauswirkungen

Zu Jahresbeginn korrigierten die internationalen Preise für Photovoltaikmodule kurzfristig, was europäische Einkäufer zu einer Neubewertung der Markterwartungen veranlasste. Laut pv magazine Global auf Basis des wöchentlichen OPIS-Berichts sanken die Preise für TOPCon-Module nach vier Wochen Anstieg. Hauptursachen waren fallende Rohstoffpreise und eine geringere Handelsaktivität während der Feiertage in asiatischen Märkten.

Silber als wichtiger Kostenfaktor in der Solarzellenfertigung fiel seit seinem Hoch Ende Januar um über 30 %. Die Entlastung auf der Kostenseite bremste den Preisanstieg und führte in eine Konsolidierungsphase. Gleichzeitig verstärkte die geringere Spotmarktaktivität die Modulpreisvolatilität und zeigt, dass sich der globale Photovoltaikmarkt weiterhin in einer Phase schneller Angebots- und Nachfrageanpassungen befindet.

Für Europa spiegeln diese Schwankungen sowohl Rohstoffzyklen als auch zeitliche Unterschiede in internationalen Lieferketten wider. Trotz wachsender Nachfrage nach hocheffizienten Modulen erfordern kurzfristige Preisbewegungen eine vorsichtige Abstimmung von Beschaffung und Lagerplanung unter Berücksichtigung von Rohstoffkosten, Exportregeln und Preiserwartungen.

Langfristig hat die weltweit installierte Speicherkapazität erstmals 250 GW überschritten, ein Hinweis auf steigende Integrationsfähigkeit erneuerbarer Energien. Dadurch gewinnen Effizienz, Systemintegration sowie Modulperformance und Lieferstabilität bei der Bewertung europäischer Photovoltaikprojekte weiter an Bedeutung.

Bildunterschrift: Entwicklung der europäischen CIF-Preise für TOPCon-Zellen und -Module auf Basis des wöchentlichen OPIS-Preisberichts (Februar 2025 – Februar 2026).

2. Neue Wachstumsphase im deutschen Photovoltaik-PPA-Markt

Im deutschen Photovoltaikmarkt gewinnen langfristige Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) wieder an Bedeutung als Instrument für förderfreie Photovoltaikprojekte und unternehmerische Grünstrombeschaffung. Nach längerer Marktschwäche sorgen mehrere neue Abschlüsse für Bewegung: Sunnic Lighthouse vereinbarte mit Thyssenkrupp Steel einen langfristigen Liefervertrag für neun Solarparks, während Maxsolar zwei weitere PPA-Verträge für Projekte mit Inbetriebnahme im ersten Halbjahr meldete.

Obwohl das Volumen begrenzt ist, markieren diese Verträge eine Abkehr von der bisherigen Stagnation. Niedrige Spotstrompreise hatten PPAs lange unattraktiv gemacht und die Finanzierung reiner Solarprojekte erschwert. Mit verbesserten Projektrenditen und steigender langfristiger Stromnachfrage wächst nun wieder das Interesse an stabilen, CO₂-armen Strompreisen – ein positives Signal für Entwickler und die Modul-Lieferkette.

Für EPC-Unternehmen, Modulabnehmer und Vertriebspartner bedeutet dies:

  • zunehmende Nachfrage industrieller Abnehmer nach langfristigen Grünstromverträgen
  • stärkere Anerkennung von PPAs als Finanzierungsinstrument für Photovoltaikprojekte
  • eine Verschiebung vom kurzfristigen Preisfokus hin zu langfristigem Wert- und Risikomanagement

Insgesamt weist die Belebung des deutschen PPA-Marktes auf eine stabilere Nachfrage nach erneuerbarem Strom hin und könnte in den kommenden Monaten neue Finanzierungs- und Offtake-Aktivitäten für größere Photovoltaikprojekte auslösen. Daraus ergeben sich neue Orientierungswerte für Modulvertrieb und Lagerplanung.

3. Beschleunigter Ausbau von Agri-Photovoltaik in Italien

Der italienische Entwickler Zelestra setzt in Apulien ein 6,5-MW-Agri-Photovoltaikprojekt um, das durch einen zehnjährigen Stromabnahmevertrag mit BKW Energy abgesichert ist. Das Projekt gilt als weiteres Signal für den Übergang italienischer Agri-Photovoltaik von der politischen Planung zur praktischen Umsetzung. Italien positioniert dieses Modell gezielt als Instrument zum Ausbau erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Reduzierung von Flächennutzungskonflikten.

Die Entwicklung ähnlicher Photovoltaikprojekte zeigt wachsende wirtschaftliche Zuversicht. Agri-Photovoltaikanlagen erfordern komplexere Strukturen und längere Entwicklungszeiten und stellen höhere Anforderungen an Modulhaltbarkeit und Betriebsstabilität. Vor dem Hintergrund strengerer Flächengenehmigungen bieten sie dennoch realistische Optionen für neue großflächige Solarprojekte.

Gleichzeitig wächst der gewerbliche Dach-Photovoltaikmarkt weiter, wird jedoch zunehmend durch begrenzte Netzanschlusskapazitäten gebremst. Verlängerte Anschlussverfahren in Teilen Süditaliens verlangsamen dezentrale Projekte im Vergleich zu großen Agri-Photovoltaikanlagen. Damit wird die Netzinfrastruktur zu einem zentralen Faktor für das Markttempo.

Für die Modul-Lieferkette führt die parallele Entwicklung von Agri-Photovoltaik und Dachanlagen zu einer stärkeren Segmentierung der Anwendungen und zu höheren Anforderungen an Produktperformance, Systemkompatibilität und Lieferflexibilität.

4. Einfluss des französischen Genehmigungstempos auf Photovoltaikprojekte

Das Tempo französischer Photovoltaikprojekte wird maßgeblich durch Genehmigungsverfahren bestimmt. Das vom Energieregulator CRE organisierte Ausschreibungssystem bleibt der wichtigste Zugang für große Freiflächenanlagen, doch die Genehmigungszeiten unterscheiden sich regional stark. Viele Entwickler berichten von längeren Verfahren und komplexeren Verwaltungsabläufen.

Diese Unsicherheiten verändern die Marktstruktur. Bei CRE-abhängigen Großprojekten erhöhen schwankende Genehmigungszeiten Entwicklungsdauer und Kapitalkosten und führen zu vorsichtigerer Projektselektion. Gewerbliche Dachanlagen profitieren von flexibleren Prozessen und dienen Entwicklern zunehmend zur Risikostreuung. Damit hängt das Marktwachstum nicht nur von politischen Zielen ab, sondern stark von Umsetzungseffizienz und regionaler Koordination.

Für die Lieferkette bedeuten variable Genehmigungszyklen höhere Anforderungen an Planung, Lagerhaltung und Modul­logistik. Entwickler und Lieferanten müssen Beschaffung und Liefertermine flexibler steuern, um ungleichmäßige Projektverläufe auszugleichen. Mit steigenden Ausbauzielen wird die Effizienz von Genehmigungs- und Ausschreibungsprozessen zu einem entscheidenden Marktfaktor.

Im europäischen Photovoltaikmarkt entscheidet Wettbewerb zunehmend über Anpassungsfähigkeit an regulatorische Rahmenbedingungen statt allein über Preis oder installierte Leistung. Flexible Beschaffungs- und Lieferstrategien werden damit zum zentralen Erfolgsfaktor.

Maysun Solar liefert dem europäischen Markt Photovoltaikmodule auf Basis von IBC Technologie, TOPCon Technologie und HJT Technologie für vielfältige Systemanwendungen. Wir unterstützen Partner bei der gezielten Auswahl von Modulklassen und Systemkonfigurationen entsprechend Marktbedingungen und Projektanforderungen.

Quellenverzeichnis

pv magazine Global. TOPCon cell and module price movements reflect shifting supply dynamics. 2026. https://www.pv-magazine.com/

pv magazine Deutschland. Neuer Schwung für den Photovoltaik-PPA-Markt in Deutschland. 6 Feb 2026. https://www.pv-magazine.de/2026/02/06/neuer-schwung-fuer-den-photovoltaik-ppa-markt-in-deutschland/

pv magazine Italia. Pareri ambientali: due VIA positive per 122 MW agrivoltaici. 6 Feb 2026. https://www.pv-magazine.it/2026/02/06/pareri-ambientali-due-via-positive-per-122-mw-agrivoltaici/

pv magazine France. CRE tenders and permitting developments in the French PV market. 2026. https://www.pv-magazine.fr/

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