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PV-Branchennews Januar

26. Januar 2026

Die globale Photovoltaikbranche steht einerseits unter dem Einfluss eines durch Compliance-Prämien getriebenen Anstiegs der Polysiliziumpreise, andererseits zeigen sich in den wichtigsten europäischen Märkten deutliche strukturelle Unterschiede bei Installationstempo, politischer Ausrichtung und Erwartungen an die Modulpreisentwicklung. Deutschland hält ein hohes Niveau an Neuinstallationen, Italien stärkt über den PNRR-Entwurf die Förderung von Agri-PV und Energiegemeinschaften, während der französische Markt mit steigenden Modulpreisen rechnet. Zusammen zeichnen diese Faktoren ein Bild der aktuellen Phase des europäischen PV-Marktes, in der Kosten, Politik und Nachfrage zunehmend miteinander verflochten sind.

Inhalt

  1. Globaler Anstieg der Polysiliziumpreise und Veränderungen der Lieferkettenkosten
  2. Update zu PV-Installationszahlen in Deutschland und Zubau im Dezember
  3. PNRR-Politikentwurf in Italien und Fortschritte bei Agri-PV und Energiegemeinschaften
  4. Entwicklung der PV-Modulpreise in Frankreich und Erwartungen für einen Anstieg Anfang 2026

1. Anstieg der globalen Polysiliziumpreise und Veränderungen der Lieferkettenkosten

Zu Beginn des Jahres 2026 zeigen sich im upstream-Bereich der globalen PV-Wertschöpfungskette wieder festere Preissignale. Veränderungen der Polysiliziumkosten rücken damit erneut als wichtiger Einflussfaktor für die Modulpreise in den Fokus.

In jüngster Zeit sind die globalen Polysiliziumpreise gestiegen. Laut OPIS liegt die aktuelle Bewertung des nicht-chinesischen Referenzpreises Global Polysilicon Marker (GPM) bei 18,728 USD/kg (rund 0,039 USD/W), was einem Anstieg von 2,23 % gegenüber dem Vormonat entspricht. In einer Marktstruktur, in der langfristige Lieferverträge und Spotgeschäfte parallel bestehen, wird der aktuelle Preisanstieg vor allem durch eine begrenzte Zahl hochpreisiger Spottransaktionen getragen. Dies deutet darauf hin, dass sich Teile des Marktes bereits vom zuvor sehr niedrigen Preisniveau gelöst haben.

Bildunterschrift: Schematische Darstellung des Preisverlaufs auf Basis von Marktdaten, Quelle: OPIS.

Aus Marktsicht sind einige Käufer bereit, Aufpreise für konforme und rückverfolgbare Lieferketten zu zahlen, um Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-amerikanischen Section-232-Untersuchung sowie FEOC-bezogenen Regulierungen zu begegnen. Diese Entwicklung wirkt zunehmend entlang der Wertschöpfungskette nach unten und stützt die Kosten auf Modulebene. Parallel dazu soll neue Polysiliziumkapazität im Nahen Osten Anfang 2026 in Betrieb gehen, wobei Tempo des Hochlaufs, Handelsströme und nachgelagerte Anwendungen weiterhin mit Unsicherheiten behaftet sind.

Vor dem Hintergrund einer bislang nicht wesentlich bereinigten Überkapazität in China dürften die Polysiliziumpreise kurzfristig in einem Bereich nahe der Gewinnschwelle schwanken. Steigende Compliance-Kosten in Kombination mit politischen Erwartungen erschweren jedoch eine Rückkehr zu den früheren Extremtiefs. Zu Beginn des Jahres 2026 wird die Entwicklung der Modulpreise weiterhin gemeinsam von Rohstoffkosten, Änderungen der Handelsregeln und strategischen Entscheidungen in der Lieferkette geprägt sein.

2. Aktualisierung der PV-Installationsdaten in Deutschland und Zubau im Dezember

Zu Beginn des Jahres 2026 bleibt das Gesamttempo des PV-Zubaus in Deutschland auf hohem Niveau, während sich zugleich immer deutlichere strukturelle Veränderungen bei den neu installierten Kapazitäten abzeichnen.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag die neu ans Netz angeschlossene PV-Leistung im Dezember 2025 bei rund 1.312 MW. Damit belief sich der Nettozubau im Gesamtjahr auf etwa 16,46 GW. Die ausgewiesenen Zahlen berücksichtigen stillgelegte Kapazitäten und enthalten zudem Schätzkorrekturen für Projekte, die zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht vollständig registriert waren.

Mit Blick auf die Installationsstruktur entfiel im Dezember mehr als die Hälfte der neu installierten Leistung auf Freiflächen-Photovoltaikanlagen und setzte damit den seit der zweiten Jahreshälfte 2025 beobachteten Trend fort. Demgegenüber ging der Zubau bei Dachanlagen und kleinen PV-Systemen deutlich zurück. Die installierte Dachleistung erreichte in diesem Monat den niedrigsten Stand des Jahres, während auch die Zahl neu registrierter Balkonkraftwerke rückläufig war. Auf Jahressicht hat der Zubau von Freiflächenanlagen inzwischen den von Dachprojekten übertroffen, was auf eine strukturelle Verschiebung des Installationsschwerpunkts hindeutet.

Bildunterschrift: Schematische Darstellung der strukturellen Veränderungen beim PV-Zubau in Deutschland nach Projektgröße.

Diese Entwicklung zeigt, dass sich die zusätzliche Nachfrage im deutschen PV-Markt zunehmend auf großskalige, zentralisierte Projekte konzentriert, während das Wachstum dezentraler Anwendungen an Dynamik verliert. Trotz weiterhin hoher Gesamtinstallationszahlen verändern Anpassungen in der Nachfragestruktur die Projektlandschaft und das Markttempo nachhaltig und wirken sich langfristig auf Projektentwicklung und Netzanschlussplanung aus.

3. PNRR-Politikentwurf in Italien und Fortschritte bei Agri-PV und Energiegemeinschaften

Zu Beginn des Jahres 2026 verschiebt sich der politische Schwerpunkt des italienischen PV-Marktes im Rahmen des PNRR zunehmend in Richtung Agri-Photovoltaik und Energiegemeinschaften.

Nach den zuletzt veröffentlichten Entwürfen der PNRR-relevanten Verordnungen plant Italien, rund 1,8 Mrd. EUR an zweckgebundenen Mitteln für Agri-PV-Projekte und Energiegemeinschaften bereitzustellen. Ziel ist es, die Verknüpfung von erneuerbarer Energieerzeugung, landwirtschaftlicher Nutzung und lokalen Energiesystemen weiter zu stärken.

Agri-Photovoltaik wird dabei ausdrücklich als zentraler Förderbereich definiert. Die vorgesehenen Mittel sollen für die Installation von PV-Systemen eingesetzt werden, ohne die landwirtschaftliche Produktion zu beeinträchtigen. Energiegemeinschaften konzentrieren sich auf Modelle der gemeinschaftlichen Eigenerzeugung und des Stromteilens, um die lokale Eigenverbrauchsquote zu erhöhen und die Beteiligung der Endnutzer zu stärken. Der Entwurf stellt zudem klar, dass die Unterstützung überwiegend in Form von Investitionszuschüssen erfolgt und von der nationalen Energiebehörde umgesetzt wird.

Bildunterschrift: Beispiel eines Agri-PV-Projekts in Italien mit einer auf landwirtschaftlichen Flächen installierten Freiflächenanlage mit rund 1.322 Modulen und einer Gesamtleistung von etwa 912 kWp.

Aus Sicht der politischen Ausgestaltung handelt es sich bei diesen Anpassungen vor allem um eine Präzisierung der Umsetzung und Verwaltung bestehender Förderinstrumente und nicht um die Einführung eines neuen Subventionssystems. Die Maßnahmen haben die EU-rechtliche Prüfung bereits durchlaufen und betonen erneut, dass verschiedene öffentliche Fördermittel nicht miteinander kombiniert werden dürfen, um Transparenz und Kontrollierbarkeit der Umsetzung sicherzustellen.

Insgesamt sendet der PNRR-Entwurf ein klares Signal, dass sich der italienische PV-Markt künftig stärker an Projektformen und Systemintegration orientieren wird und weniger ausschließlich an der installierten Leistung. Diese Ausrichtung dürfte die Projektwahl und das Entwicklungstempo des Marktes auch in den kommenden Jahren prägen.

4. Entwicklung der PV-Modulpreise in Frankreich und Erwartungen eines Anstiegs Anfang 2026

Zu Beginn des Jahres 2026 verarbeitet der französische PV-Markt parallel Kosten- und Politikänderungen, wodurch sich für PV-Module ein zeitlich begrenzter Aufwärtsdruck auf die Preise ergibt.

Mit dem Auslaufen der chinesischen Exportsteuerrückerstattung für PV-Produkte im April ist von einem strukturellen Anstieg der Modulherstellungskosten auszugehen. Die daraus resultierenden Effekte dürften sich im Laufe des ersten Halbjahres 2026 schrittweise im französischen Markt widerspiegeln. Branchenanalysen gehen davon aus, dass dies zu einer Anpassung der Modulpreise um etwa 5–9 % führen könnte, mit einem Durchschlag von rund 2–4 % auf die gesamten Projekt-Capex.

Diese Entwicklung wird durch den anhaltenden Anstieg der vorgelagerten Rohstoffpreise verstärkt. Seit der zweiten Jahreshälfte 2025 haben sich die Polysiliziumpreise kumuliert um mehr als 40 % erhöht, während die Silberpreise auf hohem Niveau verharren und die Modulproduktionskosten insgesamt nach oben treiben. Es gilt als unwahrscheinlich, dass diese Kostenbelastung vollständig von den Herstellern aufgefangen werden kann; entsprechend haben einige Anbieter die erwarteten Veränderungen bereits in Verträgen und Angeboten berücksichtigt.

Bildunterschrift: Beispiel eines industriellen Dach-PV-Projekts in Frankreich mit einer auf einem Gewerbedach installierten PV-Anlage auf Basis von TOPCon-Modulen, insgesamt 836 Module mit einer Systemleistung von rund 76 kWp.

Auf dem französischen Binnenmarkt lagen die Modulpreise in der zweiten Jahreshälfte 2025 über einen längeren Zeitraum auf niedrigem Niveau. In Wohn- und Gewerbeprojekten bewegten sich die Preise für TOPCon-Module meist im Bereich von 0,10–0,13 EUR/W. Mit dem schrittweisen Abbau der Lagerbestände und der zunehmenden Sichtbarkeit der Kostenveränderungen tritt der Markt nun in eine Phase der Neu-Bepreisung ein.

Gleichzeitig beeinflussen Anpassungen der Rahmenbedingungen für die Anwendung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 5,5 % die Modulauswahl und Angebotsstruktur und führen zu einer erneuten Differenzierung der Projektkosten. Insgesamt beruhen die Erwartungen steigender Modulpreise in Frankreich nicht auf einem einzelnen Faktor, sondern auf dem Zusammenwirken von Exportpolitik, Rohstoffkosten und nationalen steuerlichen Regelungen, deren Auswirkungen sich voraussichtlich ab Anfang 2026 schrittweise zeigen werden.

Maysun Solar ist seit vielen Jahren im europäischen Markt tätig und beliefert Großhändler sowie Distributionspartner mit einem breiten PV-Modulportfolio und verlässlicher Lieferfähigkeit, einschließlich der Technologierouten IBC Technologie, TOPCon Technologie und HJT Technologie. Ziel ist es, auch bei begrenzten Flächen höhere Erträge, schnellere Amortisation und eine dauerhaft stabile Systemleistung zu ermöglichen.

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