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März-Nachrichten aus der europäischen Photovoltaikbranche

9. März 2026

Der europäische Photovoltaikmarkt tritt derzeit in eine neue Anpassungsphase ein. Grenzüberschreitende Investitionsmechanismen werden weiter ausgebaut, große Projekte gewinnen bei den neu installierten Kapazitäten an Bedeutung, regulatorische und Compliance-Anforderungen nehmen zu, und nach einer langen Phase sinkender Preise zeigen Solarmodulpreise erste Anzeichen einer schrittweisen Erholung.

Inhalt

  1. EU startet dritte grenzüberschreitende PV-Ausschreibung
  2. Strukturveränderungen im deutschen Photovoltaikmarkt und Diskussion um den EEG-Reformentwurf
  3. Italien aktualisiert GSE-Regeln für PV-Förderprogramme
  4. Solarmodulpreise in Frankreich zeigen eine teilweise Erholung
  5. Häufig gestellte Fragen

1. EU startet dritte grenzüberschreitende PV-Ausschreibungsrunde

Grenzüberschreitende Finanzierungsmechanismen entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Instrument der EU, um Investitionen in Photovoltaik- und Speicherprojekte zu fördern. Durch ein Modell aus Finanzierungsunterstützung und Projektumsetzung über mehrere Mitgliedstaaten hinweg beschleunigt die EU den Ausbau erneuerbarer Energien.

Im März 2026 startete die Europäische Kommission die dritte Ausschreibungsrunde für grenzüberschreitende Photovoltaikprojekte. Das Programm gehört zum Renewable Energy Financing Mechanism (RENEWFM) der EU. Das Gesamtbudget dieser Runde beträgt rund 54,9 Millionen Euro, finanziert von Luxemburg als beitragendem Mitgliedstaat. Die Projekte sollen vor allem in Bulgarien und Finnland umgesetzt werden.

Die wichtigsten Bedingungen dieser Ausschreibungsrunde sind:

  • Projektgröße: 10 MW–100 MW pro Projekt
  • Finnland: Förderung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtobergrenze von etwa 400 MW
  • Bulgarien: Schwerpunkt auf kombinierten Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekten (BESS)
  • Photovoltaik- und Speichersysteme müssen denselben Netzanschlusspunkt nutzen
  • Erfolgreiche Projekte müssen bis März 2029 den kommerziellen Betrieb aufnehmen

Der RENEWFM-Mechanismus ermöglicht Mitgliedstaaten eine Zusammenarbeit nach dem Modell „Finanzierungsland + Projektstandort“, um Investitionen in erneuerbare Energien voranzutreiben. Die beiden vorherigen Ausschreibungsrunden wurden bereits in Finnland und Estland umgesetzt und erreichten zusammen eine installierte Leistung von über 650 MW.

Die fortlaufende Entwicklung grenzüberschreitender Ausschreibungen zeigt, dass die EU verstärkt auf regionale Kooperation setzt, um Investitionen in erneuerbare Energien auszubauen und gleichzeitig kombinierte Photovoltaik- und Speicherprojekte zu fördern.

2. trukturveränderungen im deutschen Photovoltaikmarkt und Diskussion um den EEG-Reformentwurf

Der deutsche Photovoltaikmarkt zeigt derzeit deutliche strukturelle Veränderungen. Große Freiflächenanlagen werden zur wichtigsten Quelle für neue Installationen, während sich das Wachstum bei privaten und gewerblichen Dachanlagen spürbar verlangsamt. Die Marktdynamik verschiebt sich damit zunehmend von einem „dachgetriebenen“ zu einem „projektgetriebenen“ Ausbau.

Auf dem PV-Symposium 2026 reagierte Jörg Ebel, Vertreter des deutschen Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar), auf den kürzlich geleakten Entwurf zur EEG-Reform. Er betonte, dass es sich derzeit lediglich um eine Arbeitsversion innerhalb der politischen Diskussion handle und noch keine verbindliche Gesetzesgrundlage bestehe.

Auf der Konferenz vorgestellte Daten zeigen:

  • Neue private Photovoltaikanlagen gingen im Jahresvergleich um etwa 32 % zurück
  • Gewerbliche Dachanlagen verzeichneten einen Rückgang von rund 44 %
  • Freiflächenanlagen legten hingegen um etwa 123 % zu

Der geleakte EEG-Entwurf enthält zudem mehrere mögliche politische Anpassungen, darunter:

  • Anlagen unter 25 kW könnten künftig keine feste Einspeisevergütung mehr erhalten
  • Systeme unter 100 kW könnten zur Direktvermarktung von Strom verpflichtet werden
  • Die Voll-Einspeisevergütung könnte abgeschafft werden
  • Projekte über 25 kW könnten einheitlich auf das Marktprämienmodell umgestellt werden

Darüber hinaus schlägt der Entwurf vor, das jährliche Ausschreibungsvolumen für Freiflächenanlagen von 9 GW auf 14 GW zu erhöhen und den Ausschreibungsrahmen bis 2032 zu verlängern. Branchenvertreter weisen darauf hin, dass parallele Netzreformen die Wirtschaftlichkeit von Projekten beeinflussen könnten, insbesondere durch steigende Netzanschlusskosten und mögliche Redispatch-Risiken.

Insgesamt konzentriert sich der Zubau im deutschen Photovoltaikmarkt zunehmend auf große Projekte, während der dezentrale Markt stärker von Netzrestriktionen und Anpassungen der Marktmechanismen geprägt wird.

3. Italien aktualisiert GSE-Regeln zur Kontrolle von PV-Förderprogrammen

Italien verschärft die Compliance-Prüfung von Photovoltaik-Förderprojekten und will durch klarere Sanktionsmechanismen die politische Unsicherheit reduzieren.

Im Februar 2026 hat der italienische Energiedienstleister GSE (Gestore dei Servizi Energetici) seine Regulierung aktualisiert und neue Kategorien sowie Sanktionsregelungen für Verstöße bei Photovoltaikprojekten eingeführt.

Nach den neuen Bestimmungen werden Verstöße je nach Schweregrad eingestuft:

  • Schwere Verstöße: können zum Verlust der Förderberechtigung führen
  • Leichtere Verstöße: Kürzung der Förderung um 10 %–25 %
  • Mehrere Verstöße: maximale Kürzung von bis zu 50 %

Die neue Regelung führt außerdem den Mechanismus der „freiwilligen Korrektur“ (ravvedimento operoso) ein. Wenn Projektbetreiber Probleme vor einer behördlichen Prüfung selbst melden, kann die entsprechende Kürzung der Förderung um 50 % reduziert werden.

Bei Photovoltaikprojekten konzentriert sich die Aufsicht insbesondere auf folgende Punkte:

  • Abweichungen zwischen Genehmigungsunterlagen und gemeldeten Projektdaten
  • Falsche Einstufung von Dachanlagen innerhalb der Förderprogramme
  • Agri-Photovoltaikprojekte, bei denen keine tatsächliche landwirtschaftliche Nutzung erfolgt
  • Probleme bei der Modulzertifizierung oder Compliance-Dokumentation

Wenn die Zertifizierung der Solarmodule nicht vollständig den Anforderungen entspricht, verlieren Projekte unter bestimmten Bedingungen nicht automatisch ihre Förderberechtigung, müssen jedoch mit einer Kürzung der Förderung von etwa 10 % rechnen.

Solche regulatorischen Anpassungen verändern in der Regel nicht die Marktgröße, erhöhen jedoch die Compliance-Anforderungen für Projektentwicklung und Lieferketten. Für Investoren und Ausrüster werden Zertifizierung, Dokumentationskonformität und konsistente Projektangaben daher zunehmend wichtiger.

4. Solarmodulpreise in Frankreich zeigen eine teilweise Erholung

Nach einer langen Phase sinkender Preise zeigt der Markt für Photovoltaikmodule erste Anzeichen einer Erholung. Die Branche tritt damit schrittweise in eine Phase der Margenstabilisierung ein.

Im Februar 2026 stiegen die Preise für verschiedene Solarmodule im Durchschnitt um etwa 0,01 €/W auf rund 0,15 €/W. Damit liegen sie etwa 15 %–18 % über dem Preisniveau vom Tiefpunkt im Dezember 2024. Besonders deutlich fiel der Anstieg im Segment der Dachanlagen aus, während Preisanpassungen bei großen Freiflächenprojekten weiterhin vorsichtig erfolgen.

Der aktuelle Preisanstieg wird nicht durch höhere Rohstoffkosten verursacht. Im gleichen Zeitraum sind Waferpreise weiter gesunken, während sich Silberpreise stabilisiert haben. Die Preisentwicklung spiegelt vielmehr wider, dass Modulhersteller nach einer langen Phase von Verlusten beginnen, ihre Margen wieder zu verbessern.

Im Segment großer Freiflächenanlagen bleiben Modulpreise weiterhin ein zentraler Faktor für Investitionsentscheidungen. Entsprechend verfolgen Anbieter in diesem Marktsegment meist eine vorsichtigere Preisstrategie.

Die aktuelle Preisentwicklung deutet zudem darauf hin, dass sich die Modulpreise wieder dem unteren Bereich des vorherigen Marktzyklus annähern und sich der Markt allmählich von intensiver Preis­konkurrenz hin zu einer stabileren Angebotsstruktur bewegt.

Maysun Solar liefert dem europäischen Markt Photovoltaikmodule auf Basis von IBC Technologie, TOPCon Technologie und HJT Technologie für vielfältige Systemanwendungen. Wir unterstützen Partner bei der gezielten Auswahl von Modulklassen und Systemkonfigurationen entsprechend Marktbedingungen und Projektanforderungen.

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