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Neuigkeiten aus der europäischen Photovoltaikbranche im April

7. April 2026

Der europäische Photovoltaikmarkt setzte im April seine Erholungssignale fort. Der Systemwert wird erneut bestätigt, die Projektpreise stabilisieren sich, die Umsetzungsregeln werden klarer, und auch die Erlösmodelle beginnen sich zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Europas Photovoltaik senkt weiterhin die Kosten für Energieimporte
  2. Bei deutschen Dach-Photovoltaik-Ausschreibungen bleibt die Nachfrage schwach, die Preise stabilisieren sich jedoch
  3. Italien präzisiert die Umsetzungsregeln für Photovoltaikprojekte
  4. Die Erlössicherheit bei kollektiver Eigenversorgung in Frankreich verbessert sich
  5. Häufige Fragen zum europäischen Photovoltaikmarkt im April

1. Europas Photovoltaik senkt weiterhin die Kosten für Energieimporte

Der europäische Photovoltaikmarkt hat sich im April nicht weiter abgeschwächt, weil der Beitrag der Photovoltaik zur Senkung der Energieimportkosten unverändert hoch bleibt.

SolarPower Europe zufolge hat die Photovoltaik in Europa in den ersten 17 Tagen des März dieses Jahres rund 19,9 TWh Strom ersetzt, die sonst voraussichtlich durch Gaskraftwerke erzeugt worden wären. Dadurch wurden fossile Energieimporte im Wert von rund 1,9 Mrd. € vermieden, im Tagesdurchschnitt mehr als 110 Mio. €. Photovoltaik senkt damit weiterhin direkt die externen Energiekosten Europas. Dieser reale Systemwert bleibt eine wichtige Grundlage für die Erholung des europäischen Photovoltaikmarktes.

Auch die Schwerpunkte im europäischen Markt verschieben sich. SolarPower Europe nennt den Ausbau von Speichern, Netzflexibilität und Systemaufnahmekapazität als zentrale Voraussetzungen für die nächste Entwicklungsphase. Im Fokus steht inzwischen nicht mehr nur der Zubau selbst, sondern vor allem die Frage, ob das System mehr kostengünstigen Strom aufnehmen kann:

  • Ob zusätzliche Strommengen stabil aufgenommen werden können
  • Ob Speicher und Netzausbau parallel mitziehen können
  • Ob sich die Markterholung von reinem Kapazitätswachstum hin zu höherer Systemqualität verlagern kann

Die Signale auf europäischer Ebene deuten im April eher auf eine beginnende Erholung hin. Der Systemwert der Photovoltaik bleibt klar, und der Markt hat nicht weiter nachgegeben. Wie weit diese Verbesserung tragen kann, hängt weiter davon ab, ob Speicher, Netze und Systemaufnahmekapazität gleichzeitig Schritt halten können.

2. Deutsche Dach-Photovoltaik-Ausschreibungen bleiben unterzeichnet, die Preise stabilisieren sich jedoch

Die Nachfrage nach dezentralen Dach-Photovoltaikprojekten in Deutschland bleibt schwach, doch der Preisboden hat sich nicht weiter nach unten verschoben.

In dieser Runde lag das Ausschreibungsvolumen der BNetzA für Dach-Photovoltaik bei 283 MW, vergeben wurden am Ende rund 155 MW. Die Ausschreibung war damit deutlich unterzeichnet. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert sank nur leicht von 9,66 ct/kWh in der vorigen Runde auf 9,56 ct/kWh und blieb insgesamt nahe am vorherigen Niveau.

Dezentrale Dachprojekte in Deutschland stehen weiter unter Druck. Sowohl das Entwicklungstempo als auch die Erlöserwartungen bleiben vorsichtig, und die Marktausweitung verläuft nicht einfach. Gleichzeitig liefern die Ausschreibungsergebnisse ein relativ klares Preissignal:

  • Die Unterzeichnung zeigt, dass die Projektnachfrage weiter schwach ist
  • Der Zuschlagswert ist nur leicht gesunken, ein weiterer klarer Preisverfall auf Projektebene bleibt aus
  • Die Erlöserwartungen bleiben konservativ, doch eine Bodenbildung wird zunehmend sichtbar

Für Projektentwicklung, Investitionsbewertung und die Planung der Solarmodul-Lieferkette bleibt der deutsche Dachmarkt in einer Anpassungsphase. Die Erwartung weiter schnell fallender Preise hat sich jedoch deutlich abgeschwächt.

3. Italien präzisiert die Umsetzungsregeln für Photovoltaikprojekte

Die Umsetzungsregeln für Photovoltaikprojekte im italienischen Markt werden derzeit deutlich schneller konkretisiert.

Die GSE hat operative Regeln für Agrivoltaik, Energiegemeinschaften und kollektive Eigenverbrauchsmodelle veröffentlicht und damit die bisherigen politischen Vorgaben stärker auf die Umsetzungsebene übertragen. Für Agrivoltaik stehen dabei rund 1,1 Mrd. € zur Verfügung, für Energiegemeinschaften etwa 795,5 Mio. €. Die entsprechenden Vereinbarungen müssen bis zum 30. Juni unterzeichnet werden.

Auch die Rahmenbedingungen für den Projektfortschritt werden konkreter:

  • Der Zeitpunkt für die Unterzeichnung der Vereinbarungen ist klar festgelegt
  • Agrivoltaikprojekte müssen innerhalb von 24 Monaten nach Mitteilung der Vereinbarung in Betrieb gehen
  • Für Energiegemeinschaften und kollektive Eigenverbrauchsprojekte gilt der 31. Dezember 2027 als Frist für die Inbetriebnahme

Der italienische Markt verlagert sich damit von politischen Erwartungen hin zur konkreten Projektumsetzung. Je klarer Regelgrenzen und Zeitfenster werden, desto früher beginnt die Projektbewertung, und desto wichtiger werden Unterlagen, technische Parameter und Liefertermine.

4. Die Erlössicherheit bei kollektiver Eigenversorgung in Frankreich verbessert sich

Der Erlösrahmen für kollektive Eigenversorgungsprojekte in Frankreich wird klarer.

Der französische Conseil d’État hat die bisherige steuerliche Auslegung aufgehoben, nach der ACC-Projekte unter 1 MW nicht von der Accise befreit seien, und bestätigt, dass für diese Projekte ein Accise-Satz von 0 € gelten kann. Für die Projektseite bedeutet diese Änderung zunächst keine nominal höhere Rendite, sondern vor allem eine wieder stabilere Berechnungsgrundlage.

Auslöser der bisherigen Unsicherheit war, dass die Finanzverwaltung die physische Verbindung zwischen Erzeugung und Verbrauch zeitweise als Anwendungsvoraussetzung gewertet hatte. Dadurch entstand Unsicherheit in der steuerlichen Praxis. Mit dem Urteil des Conseil d’État vom 30. März 2026 wurde diese Auslegung aufgehoben.

Für die Projektseite sind die Auswirkungen unmittelbarer:

  • Die Grenzen für die Erlösberechnung werden klarer
  • Finanzierung und Projektfreigabe können früher angestoßen werden
  • Die Umsetzbarkeit lokaler und gemeinschaftlich genutzter Stromprojekte verbessert sich

Mit dieser Anpassung rückt der französische Markt stärker auf die eigentliche Projektwirtschaftlichkeit zurück. Je klarer die steuerliche Einordnung wird, desto früher kann die Projektbewertung wieder auf das Erlösmodell selbst zurückgeführt werden.

Häufige Fragen zum europäischen Photovoltaikmarkt im April

1. Welche Signale hat der europäische Photovoltaikmarkt im April gesendet?

Der europäische Photovoltaikmarkt hat im April konkretere Erholungssignale ausgesendet. Der Systemwert wurde erneut bestätigt, die Projektpreise haben nicht weiter deutlich nachgegeben, die Umsetzungsregeln werden klarer, und auch die Erlösmodelle einiger Projekte beginnen sich zu verbessern.

2. Warum ist die unterzeichnete deutsche Dach-Photovoltaik-Ausschreibung trotzdem relevant?

Entscheidend ist nicht nur, dass die Ausschreibung nicht voll gezeichnet war, sondern dass das Preisniveau trotz schwächerer Nachfrage nahe an der vorherigen Runde blieb. Das zeigt, dass dezentrale Projekte weiter unter Druck stehen, die Preisseite aber nicht weiter nachgegeben hat.

3. Was ist der nächste entscheidende Punkt für Europas Photovoltaikmarkt?

Es geht nicht nur darum, den Zubau weiter auszubauen. Entscheidend ist vielmehr, ob Speicher, Netzflexibilität und Systemaufnahmekapazität mithalten können. Davon hängt ab, ob zusätzlicher Strom tatsächlich in Systemwert umgewandelt werden kann.

4. Warum sind die Regelanpassungen in Italien im April wichtig?

Weil sich der Marktfokus von politischen Erwartungen hin zur Projektumsetzung verschiebt. Je klarer Zeitfenster, Vertragsanforderungen und Inbetriebnahmefristen definiert sind, desto besser lässt sich der Projektfortschritt planen.

5. Welche Bedeutung hat der Accise-Satz von 0 € für französische kollektive Eigenverbrauchsprojekte unter 1 MW?

Die Bedeutung liegt nicht nur in der Steuerentlastung selbst, sondern vor allem darin, dass die Erlösgrundlage wieder stabiler wird. Projektkalkulation, Finanzierungsbewertung und Umsetzungsentscheidungen werden dadurch klarer.

Maysun Solar liefert dem europäischen Markt Photovoltaikmodule auf Basis von IBC Technologie, TOPCon Technologie und HJT Technologie für vielfältige Systemanwendungen. Wir unterstützen Partner bei der gezielten Auswahl von Modulklassen und Systemkonfigurationen entsprechend Marktbedingungen und Projektanforderungen.

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